ACHTUNG: Aufgrund einer Straßensperrung der B95 im Ortsbereich Ehrenfriedersdorf sind wir derzeit nicht von der unteren Auffahrt erreichbar. Bitte folgen Sie der Umleitung über Geyer, verlassen den Kreisverkehr in Richtung Wolkenstein und folgen beim nächsten Abzweig links den Schildern. Wir bitten um Verständnis.

Bereits ausgebuchte Bergwerksführungen in den kommenden Wochen: Fr 12.07. 10 Uhr | Sa 20.07. 15 Uhr | Sa 27.07. 13 Uhr | So 28.07. 10 Uhr | Fr 02.08. 10 Uhr | Fr 09.08. 10 und 15 Uhr. Wir bitten um Verständnis und begrüßen Sie gern zu unseren anderen Führungszeiten! Glück Auf!

Objekt des Monats

In unserer neuen Serie Objekt des Monats möchten wir Ihnen jeden Monat besondere Objekte aus unserer Sammlung vorstellen. Diese sollen sowohl einen Einblick in den reichhaltigen Fundus der Zinngrube bieten, als auch eine Verbindung zum Ort und der Region herstellen und somit Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen.

Die zuvor vorgestellten Objekte finden Sie im Archiv.

Objekt des Monats Juli 2024

Mittelalterliche Pilgerabzeichen aus Zinn

Pilgerreisen waren im christlichen Europa weit verbreitet und führten durchaus auch auf weiten Strecken an bekannte Wallfahrtsorte wie beispielsweise Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela. Als "Massenware" dieser Zeit gelten heute Pilgerabzeichen, die aus Blei, Silber oder auch Zinn bestanden und in vorgefertigte Formen gegossen wurden. Diese dienten als Erinnerungsstück, Talisman für Schutz und Segen und Erkennungszeichen.

Die Gründe der Pilger für diese Reisen waren vielfältig: Zusätzlich zur frommen Verehrung eines Heiligen waren oft Bitten um Heilung von Krankheiten ein wichtiger Grund - denn auf eine Wunderheilung konnte man nur hoffen, wenn man beispielsweise das Grab eines Heiligen besuchte. Pilgerfahrten als Buße und zur Sühne von Strafen wurden ab dem 13. Jahrhundert üblich.

Auf den Pilgerabzeichen waren waren zumeist Heilige abgebildet, zu deren Wallfahrtsort man reiste - in unserer Sammlung befinden sich zwei Nachbildungen von Pilgerzeichen dieser Art. Das größere ist Johannes dem Täufer gewidmet und stammt aus dem 14. Jahrhundert, das kleinere zeigt die Jungfrau Maria mit Kind und stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Manchmal wurden aber auch andere Symbole für bekannte Heilige verwendet: Das heute wohl bekannteste Pilgerzeichen, die Jakobsmuschel des Pilgerweges nach Santiago de Compostela, konnte ab dem 11. Jahrhundert nachgewiesen werden. Noch heute werden Abgüsse dieser Muschel oder gar echte Muscheln von Pilgern auf dem Jakobsweg (oder auch "Camino", was auf spanisch "Weg" bedeutet) an Kleidung oder Rucksäcken getragen.

Im späten Mittelalter hatte nahezu jede Wallfahrtskirche eigene Abzeichen, die massenhaft herausgegeben wurden. Bis zum 16. Jahrhundert etablierten sich rund 260 solcher Wallfartsorte.