Objekt des Monats

In unserer Serie Objekt des Monats möchten wir Ihnen jeden Monat besondere Objekte aus unserer Sammlung vorstellen. Diese sollen sowohl einen Einblick in den reichhaltigen Fundus der Zinngrube bieten, als auch eine Verbindung zum Ort und der Region herstellen und somit Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen.

Die zuvor vorgestellten Objekte finden Sie im Archiv.

Objekt des Monats April 2026

Archivbild Wasserhaltung 6. Sohle

Wasser - bekanntermaßen gleichzeitig Freund und Feind der Bergleute. Bis 1973 befand sich die Hauptwasserhaltung im Sauberg auf der 6. Sohle, wo unser Archivbild gemacht wurde

Wieso der Standort innerhalb kurzer Zeit verändert wurde, erklärt sich folgendermaßen:

Im Laufe der Jahre war das Grubenfeld im und um den Sauberg stetig erweitert worden. Eines der neuen Gebiete wurde unter der Stadt Ehrenfriedersdorf hindurch angefahren: das Nord-West-Feld, das bei den Greifensteinen liegt.

Im Jahre 1973 erledigte eine Frühschicht dort ihren Dienst, beendete die Schicht wie geplant mit Sprengarbeiten und fuhr aus. Die folgende Schicht am Nachmittag hielt auf dem Weg zum frisch gesprengten Arbeitsort erstaunt inne: schon von Weitem hörten sie es rauschen...

Rasch ging es zurück nach über Tage, was das Leben der Kumpel rettete: Die vorherige Schicht hatte einen Bereich angeschossen, in dem sich Unmengen von Wasser in porösem Gestein gesammelt hatten. Diese liefen nun ungehindert in Gänge und Stolln und setzten binnen eines Tages alles bis zur 5. Sohle unter Wasser: einschließlich der Wasserhaltungsanlagen auf der 6. Sohle.

Die Lehre daraus war schnell gezogen: Die Hauptwasserhaltung durfte sich nicht mehr auf der tiefsten Sohle befinden! Daraufhin wurden die Anlagen auf die 5. Sohle verlegt. Diese neue Anlage war eine der modernsten ihrer Zeit: mit 220kw Leistung wurde das Wasser von dort bis hoch zu den Aufbereitungsanlagen über Tage gepumpt. Ständig war ein Ingenieur im Dienst, der die Anlage überwachte und zu jeder Schicht die verschiedenen Pumpen von einem Kontrollpunkt über Tage gezielt ansteuern konnte.

In den 1990er Jahren wurden alle Anlagen unterhalb der 2. Sohle nach und nach zurückgebaut und das Wasser konnte nach und nach alle Gänge und Stolln füllen. Ein weiterer Betrieb der Pumpen wäre unwirtschaftlich gewesen. Dieser Teil unseres Bergwerkes ist - wie der Bergmann sagt - "abgesoffen". Und dies wird wohl auch weiterhin so bleiben.