ACHTUNG: Aus betrieblichen Gründen ist unsere Einrichtung bis auf Weiteres nur noch bis 15 Uhr geöffnet! Wir bitten um Verständnis.

Bereits ausgebuchte Bergwerksführungen in den kommenden Wochen: Mi 29.04. 10 und 13 Uhr | Sa 01.06. 10, 13 und 15 Uhr | So 02.06. 10 und 13 Uhr | Mi 05.06. 13 und 15 Uhr | Mi 12.06. 10 Uhr | Fr 21.06. 10 Uhr | Sa 22.06. 15 Uhr | Di 25.06. 13 Uhr | Mi 26.06. 10 Uhr | Do 27.06. 10 Uhr. Wir bitten um Verständnis und begrüßen Sie gern zu unseren anderen Führungszeiten! Glück Auf!

ArchaeoTin - Archäologen erforschen den Zinnbergbau im Erzgebirge

Montanarchäologische Untersuchungen im bronzezeitlichen Abbauareal der Zinnseife bei Schellerhau
Montanarchäologische Untersuchungen im bronzezeitlichen Abbauareal der Zinnseife bei Schellerhau

Start des deutsch-tschechischen Projektes ArchaeoTin: "Archäologie im Welterbe – Zinnbergbaulandschaften"

Offizielle Pressemitteilung des Landesamt für Archäologie Sachsen, Erstveröffentlichung am 04.07.2023

Wurde bereits während der Bronzezeit vor 4000 Jahren im Erzgebirge Zinn abgebaut und wohin wurde das Zinn verhandelt? Wie müssen wir uns das damalige Klima und die Umwelt im rauen Erzgebirge vorstellen?

Diese und weitere Fragen werden in den kommenden drei Jahren mehr als 20 WissenschaftlerInnen der sieben Projektpartner aus Sachsen, Bayern und Tschechien mithilfe multidisziplinärer Untersuchungsmethoden gemeinsam und grenzübergreifend erforschen. Leadpartner ist das Landesamt für Archäologie Sachsen, dessen Montanarchäologen bereits 2018 erstmals bronzezeitlichen Bergbau im Osterzgebirge nachweisen konnten. Heute wie damals eine sensationelle Entdeckung in der Archäologie.

Projektleiterin Dr. Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie Sachsen erläutert: »ArchaeoTin untersucht auch die Bedeutung und den Einfluss des erzgebirgischen Zinns auf die kulturelle Entwicklung und Prägung der montanen Kulturlandschaft Erzgebirge zwischen Bronzezeit und Neuzeit. Im Fokus steht der Seifenbergbau auf Zinn in ausgewählten Regionen des sächsisch-böhmischen Erzgebirges, die heute Bestandteile des UNESCO Weltkulturerbes »Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří« sind«.

Die Archäologen gehen dabei möglichst denkmalschonend vor und wenden Methoden wie Fernerkundung (LiDAR), historische Recherchen, Prospektion und archäologische Sondierungen an, die durch naturwissenschaftliche Analysen wie Dendrochronologie, C14-Datierung, Palynologie, Anthrakologie, botanische Makrorestanalyse, Archäometallurgie, Mikromorphologie, Sedimentologie, Mineralogie und Petrographie ergänzt werden.

Mitden Ergebnissen ist eine multimediale Wanderausstellung zum Zinnbergbau im Erzgebirge geplant, die in Teplice und Ehrenfriedersdorf präsentiert wird.

Weiterhin sind eine internationale Tagung sowie mehrere Veröffentlichungen vorgesehen.

Wer untersucht was?
Die montanarchäologischen Untersuchungen der Relikte des Seifenbergbaus werden vom Landesamt für Archäologie Sachsen auf sächsischer Seite und vom Institut für archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens in Most auf böhmischer Seite durchgeführt.

Den Einfluss des Zinnbergbaus auf Landschaft und Umwelt wird das Institut für Vor- und frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchen. Für die Wissenschaftler vom Institut für Waldwachstum und Forstliche Informatik der Technischen Universität Dresden steht die Rekonstruktion der Entwicklung der lokalen Waldzusammensetzung im Fokus der Projektarbeit.

Archäometallurgische Untersuchungen werden die Kollegen vom Institut für Archäologie und Museologie an der Masaryk-Universität Brünn übernehmen, um die technischen Abläufe und Arbeitsprozesse der Zinngewinnung rekonstruieren zu können.

Die Ergebnisse aus dem Projekt heraus werden in einer gemeinsam vom Museum Zinngrube Ehrenfriedersdorf und dem Regionalmuseum in Teplice entwickelten multimedialen Wanderausstellung zum Zinnbergbau im Erzgebirge präsentiert.

Das Projekt ArchaeoTin wird mit 3,5 Millionen Euro durch das Programm Interreg Sachsen – Tschechien 2021-2027 aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Kontakt:
Dr. Christiane Hemker, Projektleiterin, Landesamt für Archäologie Sachsen christiane.hemker@lfa.sachsen.de
Klara Kovaříková, Öffentlichkeitsarbeit ArchaeoTin, Archaeomontan@uappmost.cz

---

Erste offizielle Pressemeldung des des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung zur Projektgenehmigung: LINK

Montanarchäologische Untersuchungen im bronzezeitlichen Abbauareal der Zinnseife bei Schellerhau
Montanarchäologische Untersuchungen im bronzezeitlichen Abbauareal der Zinnseife bei Schellerhau